Rastern und Dithern
Halbtöne und Mischfarben durch Rastern und Dithern
Abhängig von der Drucker - Technologie kann nur eine begrenzte Anzahl
Farben dargestellt werden. Tatsächlich können viele Druckverfahren
keine Halbtöne, also Helligkeitsabstufungen einer Farbe, darstellen.
- Bildschirme können jedes Pixel in fast beliebiger Farbmischung
darstellen. Üblicherweise können drei Hauptfarben wie Rot, Grün
und Blau in beliebigem Verhältnis und Helligkeit angezeigt werden.
- Farblaser und Farbsublimations - Drucker können
unterschiedliche Farbmischungen für jeden Pixel erstellen. Hier werden 3,
4, 5, 7 und mehr Hauptfarben verwendet. Die Anzahl der Farbabstufungen (pro
Hauptfarbe) reicht je nach Technik von wenigen dutzend bis quasi stufenlos.
- Tintenstrahl - Drucker und monochrome Laserdrucker
können Pixel nur in den Grundfarben und ohne Helligkeitsabstufungen
erzeugen.
Insbesondere bei Tintenstrahl - Druckern müssen zur Darstellung von
Mischfarben mehrere Volltonpunkte (Pixel) verschiedener Farben zusammenfasst
werden. Erst bei einem gewissen Sichtabstand ensteht der gewünschte
Farbeindruck. Diese Technik der Farbdarstellung wird als Rastern,
Dithern oder bei monochromen Bildern auch als Halftoning
bezeichnet.
Dithern reduziert die Auflösung
Die Reduktion der Auflösung durch Dithern kann an einem Beispiel
dargestellt werden. Tintenstrahl- oder Schwarzweiß-Laserdrucker
können nur schwarze Punkte drucken. Zum Drucken einer grauen Fläche
müssen mehrere Punkte geeignet in einer Matrix angeordnet werden. Dabei
gilt: Je mehr Punkte dieser Matrix schwarz gedruckt werden, desto dunkler
erscheint die Matrix dem menschlichen Auge.
Für die Darstellung von 256 unterschiedliche Graustufen wird eine
Matrix von 16 x 16 Punkten benötigt. Für jeden original Bildpunkt
werden damit 256 Punkte im Ausdruck benötigt. Ein hochauflösenden 600
dpi Laserdruckern kann damit bei der Darstellung von Grauwerten nur eine
Auflösung von 600/16 = 38 dpi erreichen.
Einige Verfahren erlauben es, die wahrgenommene
Auflösung etwas zu erhöhen. Dabei wird ausgenutzt, dass der Kontrast
von benachbarten Bildpunkten sich bei fotorealistischem Bildmaterial nur wenig
ändert. Abhängig vom Bildmaterial können dafür aber auch
stärkere Störmuster entstehen, so dass sich diese Verfahren für
die automatisierte Bildverarbeitung nicht durchgesetzt haben.
Monochrome Dither - Verfahren
Dither - Verfahren stellen Farbwerte also durch die
Kombination mehrerer Punkte dar. Alle Verfahren bestimmen über die Anzahl
der Punkte den wahrgenommenen Grauwert. Sind die Punkte klein genug, kann das
menschliche Auge sie nicht mehr unterscheiden. Neben der Reduktion der
Auflösung wird der optische Eindruck beim Dithern noch durch
unerwünschte Musterbildung gestört. Es wurden zahlreiche Verfahren
entwickelt, um den optischen Eindruck von Ditherverfahren zu verbessern. Der
Fachmann unterscheidet zwischen amplitudenmodulierten mit autotypischen
(sich wiederholenden) Mustern und frequenzmodulierten Verfahren mit
stochastischen (zufälligen) Mustern. Im ersten Fall wird die
Größe eines Bildpunktes entsprechend des gewünschten
Helligkeitseindruckes variiert, im zweiten Fall die Anzahl der Bildpunkte in
einer Fäche. Auch sind kombinierte Verfahren bekannt.
- "clustered dithering" simuliert das Rasterdruckverfahren bekannt
aus dem Zeitungsdruck. Verschieden große Druckpunkte werden durch
kleinere Punkte zusammengesetzt. Diese Verfahren werden oft als grobpixelig
wahrgenommen und benötigen einen erhöhten Betrachtungsabstand.
- "dispersed dithering" erreicht eine gleichmäßige
Verteilung der Punkte auf einer Fläche. Bei fotorealistischen Bildmaterial
entstehen leicht störende Interferrenzmuster, sogenannte Moiree - Bilder.
- "dispersed dot diffusion dithering" oder "Error
diffusion" zählt zu den stochastischen Rasterverfahren. Die einzelnen
Punkte werden quasi zufällig auf der Fläche verteilt. Das bekannteste
Verfahren heisst "Floyd Steinberg". Bei fotorealistischen Bildern
werden gute Ergebnisse erziehlt.
Alle Verfahren erzeugen abhängig vom verwendeten
Bildmaterial stark unterschiedliche Ergebnisse. Die Auswahl eines geeigneten
Verfahrens hängt damit wesentlich vom Einsatzgebiet des Druckers ab.
Farbige Dither - Verfahren
Das Drucken von Farben auf Druckern mit reduzierter
Farbtiefe kann durch eine geeignete Kombination von additiver und subtraktiver
Farbmischung erziehlt werden. Mischfarben entstehen:
- subtraktiv durch Überdrucken von zwei oder mehr Druckfarben.
- additiv durch dithern farbige Punkte nebeneinander.
Werden Punkte mit unterschiedlichen Farben nebeneinander
gedruckt, nimmt das Auge die reflektierenden Farben wie eine Farbe war. Bei
dieser additiven Mischung entsteht z.B. aus cyan und yellow dicht nebeneinander
grün.
Bei dieser Kombination von farbigen Bildpunkten kann es zu
einer ungünstigen Anordnung der Farbmuster kommen. Es entstehen dann
sogenannte Moiré - Effekte, die als große sich wiederholende
Wellen, Kreise oder Muster wahrgenommen werden. Deshalb werden beim CMYK -
Farbdruck (Vierfarbdruck) die 4 Farben jeweils in einem versetzten Raster und
in unterschiedlichen Winkeln angeordnet. Üblich sind die Winkel
Gelb=15°, Magenta=30°, Schwarz=45° und Cyan=60°.
Die Anordnung der Raster beeinflußt stark das
Druckergebnis und wird i.d.R. direkt vom Drucker vorgenommen. Einige
Druckersprachen wie Postscript bieten hier zwar Möglichkeiten zum Eingriff
an, i.d.R. sind solche Eingriffe aber Aufwendig und bleiben damit dem
Druckerhersteller vorbehalten. Immerhin reduziert das Dithern von Farbwerten
die Farbtiefe nicht ganz so stark wie beim monochromen Dithern.
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